100 Jahre Kaffee Alt Wien Geschichte
Das Kaffee Alt Wien wurde am 14. Oktober 1922 in der Bäckerstraße eröffnet und zählt heute zu den traditionsreichsten Kaffeehäusern der Wiener Innenstadt.
Leopold und Josefine Hawelka übernahmen das Kaffee Alt Wien im Jahr 1936, nur einen Tag nach ihrer Hochzeit. Drei Jahre lang führten sie das Lokal, bevor sie 1939 in die Dorotheergasse übersiedelten und dort das Café Ludwig übernahmen, das später als Café Hawelka weltbekannt wurde.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Alt Wien zu einem festen Bestandteil der Wiener Kaffeehauslandschaft. Kunst und Kultur spielten dabei stets eine wichtige Rolle. 1976 fand im Alt Wien eine beachtete Aktion des Wiener Künstlers Gottfried Helnwein statt, und das Kaffeehaus geriet erstmals in die Schlagzeilen.
Mit der Übernahme durch die Familie Hrtica im Jahr 1980 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses. Das Alt Wien entwickelte sich zu einem Nachtkaffee. Künstler, Musiker, Bohemiens und Schriftsteller machten das Lokal zu ihrem Treffpunkt. Aufgrund der Öffnungszeiten, aber auch des Erscheinungsbildes mit vielen Plakaten an den Wänden und einer gedämpften Beleuchtung, sind die Grenzen zwischen traditionellem Kaffeehaus, Beisl und Restaurant bis heute verschwommen.
Seither wird das Kaffee Alt Wien als Familienbetrieb geführt und mit großer Leidenschaft betrieben. Heute steht bereits die zweite Generation der Familie Hrtica für Gastfreundschaft, Beständigkeit und die Pflege der Wiener Kaffeehauskultur.
2020 wurde der Blaue Salon im hinteren Teil des Lokals eröffnet. Dort finden regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen statt und die lange Verbundenheit des Kaffee Alt Wien mit Kunst und Kultur wird bis heute weitergeführt.
Seit mehr als einem Jahrhundert ist das Kaffee Alt Wien ein Ort für Begegnungen, Gespräche, Kunst und Wiener Wirtshauskultur.
Das Alt Wien Gulasch
Tante Maridi und Traude: zwei Frauen, die das Alt Wien geprägt haben, lange bevor die meisten von uns überhaupt einen Schritt ins Kaffeehaus gemacht haben.
Maridi war die, die nie ein Rezept aufgeschrieben hat, weil sie alles im Gefühl hatte. Traude war die, die nachgeschaut hat, ob’s eh nicht anbrennt und heimlich das Salz nachgewürzt hat.
Gemeinsam standen sie stundenlang am Herd, haben gestritten, gelacht und probiert, bis das Gulasch genau so geschmeckt hat, wie sie’s wollten.
Was sie gemeinsam gezaubert haben, ist mehr als ein Gericht es ist ein Stück Alt Wien, mit Schürze, Humor und Herz.
